Viele Hoteliers betrachten Google Ads als reinen Kostenfaktor – während die monatliche Abrechnung von Booking.com oder Expedia zähneknirschend als unvermeidlich hingenommen wird. Doch wer die tatsächlichen Vertriebskosten (Cost per Acquisition, CPA) nüchtern nachrechnet, stellt schnell fest: Der eigene Direktvertrieb über Google Ads ist fast immer die wirtschaftlichere Wahl.

Dieser Artikel zeigt Ihnen die konkrete Formel, mit der Sie den echten Kostenvergleich für Ihr Hotel anstellen – und warum der Billboard-Effekt Ihnen jeden Monat bares Geld kostet, wenn Sie keine Brand-Kampagne bei Google schalten.

15–25%
OTA-Provision pro Buchung – pauschal vom Umsatz
~3,5%
Effektiver Provisionssatz bei Google Ads – bei 3,5 % Conversion Rate
45 €
Mehrertrag pro 400-€-Buchung bei Direktbuchung via Google Ads
Kostenvergleich Vertriebskosten: OTA vs. Google Ads bei 400 € Buchungswert Vertriebskosten pro 400 € Buchungswert: OTA vs. Google Ads 0 € 20 € 40 € 60 € 60 € OTA-Provision (15 % von 400 €) 14 € Google Ads CPA (CPC 0,50 € ÷ CR 3,5 %) −46 € Kostenersparnis OTA-Provision Google Ads CPA

Teil 1: Die Ausgangslage – das Zerrbild der Kosten

Das Problem liegt in der Wahrnehmung: OTA-Provisionen fühlen sich „sicher" an, weil Kosten nur bei tatsächlichen Buchungen entstehen. Google Ads dagegen schrecken viele Hoteliers ab, weil Kosten pro Klick anfallen – unabhängig davon, ob der Nutzer bucht. Entscheidend ist aber nicht der Klickpreis, sondern die Conversion Rate und der daraus resultierende effektive Provisionssatz.

Die zwei Kostenmodelle im Überblick
OTA
Online Travel Agencies – performancebasiert, aber hoch
Pro Buchung fließen pauschal 12 bis 25 % des Umsatzes als Provision ab. Das fühlt sich sicher an, weil Kosten nur bei Erfolg entstehen – blutet aber die Marge systematisch aus. Hinzu kommen oft Aufschläge für Genius-Programme oder bevorzugte Platzierungen.
Ads
Google Ads (Suchanzeigen) – Cost-per-Click, variabel
Kosten fallen pro Klick an (Cost-per-Click, CPC), unabhängig von der Buchung. Entscheidend ist nicht der Klick, sondern die Conversion Rate der Website und der daraus resultierende effektive Provisionssatz – der bei gut optimierten Kampagnen auf 2 bis 5 % sinkt.

Teil 2: Das Rechenbeispiel – der direkte Vergleich

Nehmen wir ein realistisches Szenario für ein inhabergeführtes Hotel an. Diese Zahlen sind branchenübliche Richtwerte, die Sie einfach durch Ihre eigenen Kennzahlen ersetzen können.

Ausgangsbasis: Durchschnittlicher Buchungswert (AOV) = 400 € · OTA-Provision = 15 % · Klickpreis Brand-Keyword (CPC) = 0,50 € · Conversion Rate Hotel-Website = 3,5 %

Die Kosten über das OTA

Bei einer Buchung über Booking.com oder Expedia für 400 € ist die Rechnung simpel:

OTA-Provision
400 € × 15 % = 60 € Provision
Netto-Umsatz: 340 €
Effektive Vertriebskosten: 15 % – pauschal, ohne Verhandlungsspielraum

Um eine Direktbuchung über Google Ads zu generieren, spielen drei Kennzahlen die entscheidende Rolle: der Klickpreis (CPC), die Conversion Rate der Website (CR) und der Buchungswert. Die mathematische Formel lautet:

CPA-Formel (Cost per Acquisition)
CPA = CPC ÷ Conversion Rate
CPA = 0,50 € ÷ 0,035 = 14,29 €
Netto-Umsatz: 385,71 €
Effektiver Provisionssatz: 3,57 % – statt 15 % beim OTA

Mit einer Conversion Rate von 3,5 % führen statistisch 28 Klicks zu einer Buchung. Bei einem CPC von 0,50 € investieren Sie 14 € – für einen Auftrag im Wert von 400 €. Das entspricht einem effektiven Provisionssatz von 3,57 % statt 15 %.

Kennzahl OTA-Buchung Google Ads Direktbuchung
Buchungswert (AOV) 400 € 400 €
Vertriebskosten 60 € (15 %) 14,29 € (3,57 %)
Netto-Umsatz 340 € 385,71 €
Mehrertrag — +45,71 € pro Buchung
Kundendaten Beim OTA Bei Ihnen
Wiederbuchungs-Potenzial Niedrig Hoch (eigene CRM-Daten)

Teil 3: Warum Google Ads der bessere Direktbuchungsmotor ist

Die Rechnung zeigt: Im obigen Beispiel sparen Sie pro 400-€-Buchung über 45 €, wenn der Gast direkt über Google Ads statt über ein OTA kommt. Bei 100 Buchungen pro Monat bedeutet das bereits 4.500 € mehr Ertrag, der direkt in Ihrer Kasse verbleibt – ohne ein einziges zusätzliches Zimmer zu vermieten.

Der Billboard-Effekt – die unterschätzte Gefahr

Zusätzlich greift ein Mechanismus, der viele Hoteliers überrascht: Viele Gäste entdecken ein Hotel auf einem OTA und suchen danach bei Google nach dem konkreten Hotelnamen, um direkt zu buchen. Schalten Sie bei diesen Brand-Suchanfragen keine eigene Google-Ads-Kampagne, fangen die OTAs diesen Traffic über eigene Anzeigen wieder ab – und Sie zahlen erneut die volle Provision für einen Gast, der eigentlich schon zu Ihnen wollte.

Der Billboard-Effekt in der Praxis

Gast entdeckt Ihr Hotel auf Booking.com → sucht bei Google nach „Hotel [Ihr Name]" → OTA-Anzeige erscheint vor Ihrer Website → Gast klickt auf OTA → Sie zahlen erneut 15 % Provision. Eine einfache Brand-Kampagne bei Google Ads für 100–200 € monatlich unterbricht diese Kette zuverlässig.

Die entscheidende Voraussetzung: Conversion Rate

Google Ads ist kein Selbstläufer. Die Voraussetzung für diesen Erfolg: Ihre Hotel-Website und die Buchungsmaske (IBE) müssen optimal konvertieren. Denn je höher Ihre Conversion Rate, desto niedriger sinkt Ihr effektiver Provisionssatz.

Einfluss der Conversion Rate auf den effektiven CPA bei Google Ads Conversion Rate und CPA-Effekt (bei CPC 0,50 €) 1,5 % Conversion Rate 33 € CPA pro Buchung 8,3 % effektiv 3,5 % Conversion Rate 14 € CPA pro Buchung 3,6 % effektiv ✓ 5,0 % Conversion Rate 10 € CPA pro Buchung 2,5 % effektiv ✓✓

Das Fazit ist eindeutig: Jede Verbesserung Ihrer Website-Conversion Rate senkt direkt Ihre Google-Ads-Kosten. Eine Website, die von 1,5 % auf 3,5 % Conversion optimiert wird, halbiert den CPA – ohne einen einzigen Euro mehr in Anzeigenbudget zu investieren. Lesen Sie dazu auch unsere detaillierte Ertrag-Analyse: Direktbuchungen vs. OTA →

Fazit: Google Ads als günstigster Direktbuchungs-Kanal

Google Ads ist kein reiner Kostenfaktor, sondern – richtig aufgesetzt – die günstigste Vertriebsalternative zu den großen OTA-Portalen. Der effektive Provisionssatz von 3 bis 4 % schlägt die OTA-Provision von 15 bis 25 % in jedem realistischen Szenario.

Zwei Schritte sollten Sie noch heute einleiten: Erstens, richten Sie eine Brand-Kampagne bei Google Ads ein, um Ihren eigenen Markennamen zu schützen und den Billboard-Effekt zu unterbinden. Zweitens, lassen Sie Ihre Hotel-Website auf Conversion-Rate-Potenziale prüfen – denn die Website-Performance entscheidet darüber, ob Google Ads für Sie rechnet.

Möchten Sie den gesamten Direktbuchungs-Aufbau – von Google Business Profile über Google Ads bis zur optimierten Buchungsmaske – systematisch angehen? In der Hotel Direktbuchung Masterclass erhalten Sie den vollständigen Schritt-für-Schritt-Plan.

Weiterführende Lektüre: Warum Direktbuchungen mehr wert sind als OTA-Buchungen – die ehrliche Rechnung →

Weiterführende Lektüre: Die Währung des Vertrauens: Wie Gästebewertungen Direktbuchungen steigern – der 10-Punkte-Plan →

Haben Sie Fragen zur praktischen Umsetzung? Besuchen Sie unsere FAQ-Seite oder kontaktieren Sie unser Team direkt.

Häufige Fragen: Google Ads vs. OTA für Hotels

Brand-Keywords (Suchanfragen mit dem konkreten Hotelnamen) kosten häufig zwischen 0,30 und 1,00 Euro pro Klick. Generische Keywords wie „Hotel Hamburg" sind teurer (2–8 Euro CPC), haben aber höhere Reichweite. Für die meisten Hotels ist die Kombination aus Brand-Kampagne und lokalem Geo-Targeting am wirtschaftlichsten.
Der Branchendurchschnitt liegt bei 1,5 bis 3,5 %. Gut optimierte Seiten mit schneller Ladezeit, klarem Buchungs-Button und überzeugenden Gästebewertungen erreichen bis zu 5 %. Je höher Ihre Conversion Rate, desto niedriger sinkt Ihr effektiver CPA bei Google Ads.
Ja – besonders Brand-Kampagnen sind bereits ab 100 bis 200 Euro monatlichem Budget sinnvoll. Sie schützen Ihren eigenen Markennamen vor OTA-Anzeigen und halten direktbuchungswillige Gäste auf Ihrer Website. Kleine Hotels profitieren oft überproportional, weil die Konkurrenz um Brand-Keywords sehr gering ist.
Der Billboard-Effekt beschreibt, dass Gäste ein Hotel auf einem OTA entdecken und anschließend bei Google nach dem konkreten Hotelnamen suchen, um direkt zu buchen. Schalten Sie bei diesen Brand-Suchanfragen keine eigene Google-Ads-Kampagne, fangen OTAs diesen Traffic über eigene Anzeigen ab – und Sie zahlen erneut die volle Provision für einen Gast, der eigentlich schon zu Ihnen wollte.
In der Praxis empfiehlt sich eine hybride Strategie: OTAs für Reichweite und Neugast-Akquisition nutzen, gleichzeitig mit Google Ads den direktbuchungswilligen Traffic abfangen. Ziel ist es, den OTA-Anteil schrittweise von typischen 60–80 % auf unter 40 % zu senken, ohne Auslastung zu verlieren.

Über den Autor

Stephan Michalik
Stephan Michalik
Experte für Hotel-Marketing und SEO · Salon Digital Studio

Stephan Michalik steigert seit über 20 Jahren die Direktbuchungen inhabergeführter Hotels. Der Gründer von Grünberg.Digital und CEO der Grünberg.Digital. GmbH setzt auf ganzheitliche Online-Marketing-Strategien in smarter Symbiose mit KI. Sein Fokus: maximale digitale Sichtbarkeit und die konsequente Befreiung aus der teuren OTA-Abhängigkeit.